Interview mit Prof. Dr. Andreas Eicker

Herr. Prof. Dr. Eicker beantwortete unsere Fragen nach seiner informativen Konferenz über die Grundzüge des schweizerischen Strafrechts.
Wir bedanken uns für seine Interesse und Aufrichtigkeit.

Die Fragen über die Beziehungen mit den Studenten

  • Welche Situationen sind am schwierigsten in Ihrer Vorlesung für die Studenten? Sie haben vielleicht ein Beispiel darüber.

Das ist eine Frage, die Sie eigentlich an meine Studierenden richten müssten. Ich stelle aber immer wieder fest, dass es für Studierende schwierig ist, vom konkret besprochenen Straftatbestand zu abstrahieren und zu erkennen, dass wir eine bestimmte Strafvorschrift gerade deshalb besprechen, weil sie eine bestimmte Rechtsfigur enthält, die dann in anderen Straftatbeständen wieder vorkommt, so dass das gelernte Wissen auf Neues übertragen werden kann und damit auch der Umgang mit Strafnormen möglich wird, die man in der Vorlesung noch nicht ausgiebig kennengelernt hat.

Ich glaube, diese Erfahrung haben auch die Studierenden der TDU während meiner Vorlesung gemacht. Sie konnten sehen, dass bestimmte Rechtsfiguren, die sie anhand des türkischen oder deutschen Strafrechts erlernt haben, ihnen helfen, sich z.B. das Schweizer Strafrecht zu erschliessen. 

  • Was erwarten Sie von Ihren Studenten?

Ich wünsche mir, dass die Studierenden begreifen, dass es immer nur um ein exemplarisches Lernen des Rechtsstoffes gehen kann und es wichtig ist, sich ein Handwerkszeug anzueignen, welches es sodann ermöglicht, mit neuen Problemen umzugehen, vielleicht sogar mit solchen Fragen, die in der Rechtswissenschaft und Rechtspraxis noch gar nicht gestellt und behandelt worden sind. Die Studenten sollen erfahren, dass sie nicht Rechtskunde, sondern Rechtswissenschaft studieren, also lernen sollen, das Recht kritisch zu hinterfragen und auch weiter zu denken. Dafür müssen sie sich das notwendige Rüstzeug aneignen. Insofern erwarte ich natürlich auch, dass sie sich mit der strafrechtswissenschaftlichen Fachliteratur befassen und nicht nur mit einem Vorlesungsskript.

  • Haben Sie eine besondere unvergessliche Erinnerung mit Ihren Studenten?

Ja, es ist immer wieder bereichernd, wenn ich sehe, dass es „Klick“ macht in den Köpfen und die Studierenden insbesondere erkennen, dass es eigentlich nicht darum geht, das wiederzugeben, was in den Lehrbüchern steht oder vom Bundesgericht vertreten wird, sondern es vielmehr darum geht, eine eigene vertretbare Rechtsposition zu entwickeln. Natürlich muss dies dann vor dem Hintergrund geschehen, was in Lehre und Praxis bereits vertreten wird. Schön sind natürlich aus Seminare oder Veranstaltungen in Kleingruppen, wie ich sie z.B. auf Masterstufe im Verwaltungsstrafrecht durchführe, weil man viel mehr dazu kommt, miteinander zu diskutieren. 

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